50 Jahre Stadtverband

Bereits vor der Gründung des Stadtverbandes am 08.03.1952 gab es Kleingärten und Kleingärtnervereine in Leverkusen. Die Stadtgeschichte beweist, dass es bereits vor 1919 Kleingärten in Leverkusen gab. Genaue Aufzeichnungen darüber sind leider nicht vorhanden.
Durch den Ausbau der heutigen Industrie kamen immer mehr Menschen nach Leverkusen, um hier Arbeit zu finden. Auf Grund der Zuwanderung erfolgte der Bau von Wohnkolonien und dadurch auch der Wunsch nach Grünflächen und Gärten. So schlossen sich im Laufe der Zeit Kleingärtner in Vereinen zusammen.
Die erste – dem Stadtverband bekannte – Vereinsgründung erfolgte 1932; der Verein nannte sich: Kleingärtner-Verein Leverkusen-Wiesdorf-Mitte e.V. . Daher stammen der älteste – uns bekannte – Pachtvertrag und das älteste Mitgliedsbuch.

Mit immerhin ca. 500 Mitgliedern auf einer Fläche von 14.600 qm war es damals der größte Verein. Leider mußte man in den Nachkriegsjahren den größten Teil der Gärten für Woh-nungs- und Straßenbau opfern. Übrig blieben ca. 22 Gärten. Damit war er bis zur Auflösung am 10.02.1989 der kleinste Verein im Stadtverband Leverkusen.


(Pachtvertrag aus dem Jahr 1932)

(Mitgliedsbuch aus dem Jahr 1932)


1933 wurde der Verein der Gartenfreunde Leverkusen-Schlebusch (heute Kleingärtnerverein Manfort e.V.) gegründet. Die Gärten lagen verstreut im ganzen Ort Manfort. 1949 wurde durch den Verein ca. 12.000 qm von der Kath. Kirche Schlebusch in Schlebuschrath gepachtet; es entstanden die ersten 48 Gärten.

Die Gründung des Kleingärtnerverein „Küppersteg e.V.“ erfolgte im Mai 1934. Diesem Verein waren die Gärten an der Bismarckstraße, Eisholz, Dreieck an der Karl-Marx-Straße, Marienburger Straße angeschlossen.  Die Auflösung des Vereins erfolgte 1972, da die von der Stadt zur Verfügung gestellten Gelände als Wohn- und Industriegebiet beansprucht wurden.

Am 17.04.1940 wurde der Kleingärtnerverein „Bernshecke e.V.“ gegründet. Das Gelände zwischen Bismarckstraße und der Bahnlinie – ehemals Sumpf, Wald, Ackerland – wurde mit Kleingärten besiedelt.

Der zweitgrößte, am 01.06.1940 gegründete und am 28.02.1958 aufgelöste „Gartenbau-verein Nord e.V.“ verfügte über eine Gartenfläche von 10.100 qm. Leider liegen uns keinerlei Aufzeichnungen über diesen Verein vor.

Doch damit nicht genug.

Es folgte 1946  der Kleingärtnerverein „Bürrig e.V.“ Diesem Verein waren die z.B. die Streugärten „Reuschenbergerweg und Bohnekampsweg“ angeschlossen. 1954 wurde er in „Verein der Kleingärtner e.V.“ Leverkusen-Bürrig – umbenannt und mit dem Ausbau der Gartenanlage 1958 um den Zusatz <<Alfred-Vissel-Anlage>> erweitert.

Für viele Gartenfreunde war gerade in der Nachkriegszeit der Kleingarten ein Stück „Zukunft“. Nicht nur die Gewissheit, ein Stück Land zu besitzen, worauf man vieles anbauen und ernten konnte, um die Ernährung der Familie zu verbessern, sondern auch die Gemeinschaft in den Kleingärtnervereinen förderte den Wiederaufbau und Zusammenhalt. Erst durch die „Wirtschaftswunderjahre“ wurde dies dann anders. Der Kleingarten nahm immer mehr an Erholungscharakter zu.

Um das Kleingartenwesen in Leverkusen weiterhin zu fördern, was auch ganz im Sinne der Stadtverwaltung war, wurde am 08.03.1952 der Stadtverband Leverkusen der Kleingärtner e. V. von den bereits erwähnten Vereinen, dem

KGV Bernshecke e.V.
KGV Manfort e.V.
KGV Bürrig e.V.
KGV Leverkusen-Mitte e.V.
KGV Leverkusen-Nord e.V.
KGV Leverkusen-Küppersteg e.V.

gegründet.

 

(Gründungsprotokoll des Stadtverband Leverkusen vom 08.03.1952)


Gleichzeitig wurde beschlossen, dass der Stadtverband Leverkusen dem Landesverband Rheinland beitritt. 800 Kleingärtner hatten sich organisiert.

Zweck des Stadtverband Leverkusen war und ist:

  • Zusammenschluss aller Kleingartenanlagen in Leverkusen
  • Förderung des Kleingartenwesens in Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden und dem Landesverband Rheinland
  • Ausschließlich gemeinnützigen Zwecken zu dienen

Aufgaben des Stadtverband Leverkusen war und ist:

  • Für den Gedanken der Kleingartenbewegung zu werben
  • Dass bei der Planung und Gestaltung der Stadtplanung die Bewirtschaftung von Gärten in großem Umfang ermöglicht wird
  • Für die Bereitstellung von erforderlichen Bodenflächen zur Erschaffung von Kleingärten bzw. für die Schaffung von Dauerkleingartenanlagen einzutreten
  • Seine Mitglieder in allen einschlägigen Fragen zu beraten, zu betreuen und dafür Sorge u tragen, dass sie die ihnen übertragenen Pflichten erfüllen

Diesen Aufgaben versuchte und versucht der Stadtverband Leverkusen gerecht zu werden.

Seit der Gründung im Jahre 1952 ging es im Kleingartenwesen stetig voran.
So fand am  01.02.1953 die Gründungsversammlung des Kleingärtnervereins „Feierabend e.V.“ statt. Eine Anlage mit 125 Gärten entstand und wurde als „Dauerkleingartenanlage“ festgeschrieben.

Somit wurden 1953 insgesamt ca. 925 Kleingärten betreut. Ein großer Erfolg war damals, dass 2 Vereine als Dauerkleingartenanlagen ausgewiesen wurden; somit hatten 317 Gärten Bestandsschutz.

Im Zeitraum 1954 bis 1974 entstanden fünf weitere Kleingartenanlagen:
1957/1958       Kleingartenanlage <Alfred-Vissel-Anlage> mit 86 Gärten
1962                Kleingartenanlage Heidehöhe e.V. mit 78 Gärten
1965                Kleingartenanlage Mathildenhof e.V. mit 25 Gärten
1970                Kleingartenanlage Butterheide e.V. mit 52 Gärten

Doch im Laufe der Jahre veränderte sich die Anzahl der Kleingärten laufend. Durch Auflö-sung bzw. Kündigung der sogenannten Zeitgärten verringerte sich die Zahl der dem Stadt-verband Leverkusen angeschlossenen Kleingärten bzw. Mitglieder bis auf ca. 600.

Erst durch den Zusammenschluss der Städte Leverkusen und Opladen sowie Berg.-Neukirchen und Hitdorf am 01.01.1975 änderte sich dies.
Die Vereine Ruhlach e.V. (gegründet 04.07.1932), Burgloch e.V. (gegründet 1940) und Gartenfreunde am Kettnersbusch (gegründet 14.03.1942), die bis dahin dem 1953 gegründeten und 1975 aufgelösten Kreisverband der Kleingärtner Rhein-Wupper Opladen e.V. angehörten, schlossen sich dem Stadtverband Leverkusen an. 

Durch diesen Zusammenschluss im Jahre 1975 stieg die Zahl der zu betreuenden Kleingärten auf ca. 1.000.

Mit all den Aufgaben wuchs auch die Verwaltungsarbeit und der damit verbundene „Papierkrieg“. Wohin mit den gesamten Schriftstücken und Unterlagen? Daher wurde beschlossen, eine Geschäftsstelle einzurichten. Am 01.03.1978 konnte in der Humboldtstraße 45 in Leverkusen-Opladen erst ein Büroraum bezogen werden und nach und nach bis auf vier Büroräume erweitert werden.

Und da die Nachfrage nach Kleingärten groß war, ging es Schlag um Schlag weiter.

1978

Die Kleingartenanlage Butterheide wird um 56 Parzellen erweitert und umfasst heute 108 Gärten.

1979

Kündigung von

a) 12 Gärten in der Kleingartenanlage „Bernshecke“ zwecks Erweiterung der Autobahn
b) 7 Gärten in der Kleingartenanlage „Burgloch“ zwecks Bau der L288 und
c) 5 Gärten in der Anlage „Gartenfreunde“ Kettnersbusch zwecks Bau einer Turnhalle

1980

Spatenstich zur Erstellung der Kleingartenanlage „Schöne Aussicht“ mit insgesamt 63 Gärten.

1981

Erweiterung der Kleingartenanlage „Heidehöhe“ um 8 Gärten auf 86 Gärten.

1983

Erweiterung der Kleingartenanlage „Mathildenhof“ um 26 Parzellen. Nunmehr gibt es 52 Kleingärten.
Die Kleingartenanlage „Heidehöhe“ wurde nochmals um 14 Gärten erweitert; heute umfasst sie 100 Gärten.

1988

Erweiterung der Kleingartenanlage Manfort. Das 1979 von der Stadt Leverkusen von der Kath. Kirche Schlebusch erworbene Kirchenland wird um 61 Parzellen erweitert. Die Kleingartenanlage Manfort umfasst jetzt 109 Gärten.

1989

Erweiterung der Kleingartenanlage „Mathildenhof“ um weitere 9 Gärten auf 61 Gärten.

1993

Umsiedlung der Kleingartenanlage „Burgloch“. Auf neuem Grund und Boden an der Dhünn in Schlebuschrath entstehen 133 neue Kleingärten.

1997

Der Kleingärtnerverein „Steinbüchel“ kann den 1. Bauabschnitt in Leverkusen-Meckhofen feiern; dort entstehen die ersten 18 Gärten.

1998

Im 1. Bauabschnitt entstehen 41 Gärten für den Kleingärtnerverein „Holzer Wiesen“ in Leverkusen-Quettingen.

2000

Weitere 23 Gärten für den Kleingärtnerverein „Steinbüchel“ entstehen im 2. Bauabschnitt in Leverkusen-Meckhofen.

Heute werden durch den Stadtverband Leverkusen im gesamten Stadtgebiet 13 Kleingärtnervereine mit insgesamt ca. 1.385 Klein-gärten betreut, d.h. die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder stehen den Kleingärtnern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Von 1975 bis heute geschah noch vieles mehr im Kleingartenbereich:

1976

Änderung der Stadtverbandssatzung. Die Satzung wurde dahingehend erweitert:

  1. Im Stadtgebiet Leverkusen muss der Generalpachtvertrag allein übernommen werden
  2. Die Jahreshauptversammlungen der angeschlossenen Vereine sind zu besuchen
  3. Verhandlungen mit der Verwaltungsbehörde sind zu führen

1977

  • Erster Gartenwettbewerb in Leverkusen. Ausgeschrieben von den Bezirksvorstehern Glöckner (SPD), Wiefel (SPD) und Mävers (FDP)
  • 25jähriges Bestehen des Stadtverbandes
  • Gründung des KGV Schöne Aussicht am 15.02.1977 und Beitritt in den Stadtverband.

1979

Nachdem durch die Stadt Leverkusen die teilweise noch bestehenden Einzelpachtverträge gekündigt wurden, erfolgte der Abschluss des 1. Generalpachtvertrages mit der Stadt Leverkusen.

1980

Die Mustersatzung des Landesverband Rheinland mit Garten- und Bauordnung der Stadt Leverkusen sowie der Schlichtungsordnung und des Nutzungsvertrages wird angenommen

1981

Rundfahrt mit Ratsmitgliedern aller Fraktionen durch die Leverkusener Kleingärten unter Hinweis auf günstige Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Anlagen bzw. für die Erstellung von Neuanlagen

1982

30jähriges Bestehen des Stadtverbands. Festakt und Jahreshauptversammlung am 20.03.1982 in der Kleingartenanlage „Ruhlach“.

1991 

Änderung bzw. Ergänzung der Stadtverbandssatzung durch den Passus: „Mit den angeschlossenen Vereinen Unterpachtverträge abzuschließen.“

1992

  • 40jähriges Bestehen des Stadtverbands. Festakt und Jahreshauptversammlung am 19.03.1992 im Bürgerhaus Alkenrath;
  • Sternwanderung aller Vereine zum Tag des Gartens – Festakt für alle Kleingärtner in der Kleingartenanlage „Gartenfreunde“ Kettnersbusch;
  • Erntedankfest für alle Kleingärtner in der Stadthalle Leverkusen-Opladen

1993

  • Neufassung des Mitgliedsbuches
  • Überarbeitung und Änderung der Garten- und Bauordnung der Stadt Leverkusen
  • Umsiedlung des KGV „Burgloch“ nach Schlebuschrath

1995

Kündigung des Generalpachtvertrages zum 31.12.1995

1996

Verhandlungen mit Stadt Leverkusen sowie Abschluss eines neu ausgearbeiteten Generalpachtvertrag zum 1.1.1997

1997

  • Änderung der Pokalwettbewerb-Bewertungskriterien – Einführung eines Sonderpreises
  • Beitritt des Kleingärtnerverein „Steinbüchel e.V.“
  • Mit Abschluss des neuen Generalpachtvertrages wurden folgende Aufgaben übernommen:
    1. Prüfung, Überwachung und Abnahme der durch die Mitglieder der Vereine beantragten Baulichkeiten
    2. Komplette Datenverwaltung aller Leverkusener Kleingartenvereine

1998

  • Beitritt des Kleingärtnerverein „Holzer Wiesen e.V.;
  • Gespräche mit allen Leverkusener Fraktionen sowie Rundfahrt durch die bestehenden Kleingartenanlagen

2001

Überarbeitung und Änderung der Garten- und Bauordnung der Stadt Leverkusen

2003

  • Beginn der Erstellung eines Wildbienengartens zur Landesgartenschau 2005
  • Freigabe des bisherigen Grabelandes in Leverkusen- Hitdorf für die Erstellung einer Kleingartenanlage

2004

Umwandlung von Grabeland in Dauerkleingartenland gem. Bebauungsplan für die Kleingartenanlage Hitdorf e.V. sowie 1. Spatenstich

2005

Betreuung des Wildbienengarten zur Landesgartenschau 2005 (von April bis Oktober) mit den 14 Kleingartenvereinen

2006

Offizielle Einweihung der Kleingartenanlage Hitdorf e.V.

2010

  • Erweiterung der Kleingartenanlage Hitdorf e.V. um 7 Gärten
  • Überarbeitung der Satzung der Kleingärtnervereine sowie Neufassung des Mitgliedsbuches im Auftrage der Vereine
  • Überarbeitung der Stadtverbandssatzung

2016

  • Überarbeitung der Stadtverbandssatzung
  • Überarbeitung der Satzung der Kleingärtnervereine im Auftrage der Vereine


Seit Gründung des Stadtverband Leverkusen im Jahre 1952 ist durch den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Mitglieder viel geschaffen und bewerkstelligt worden. Und damit dies auch so bleibt, wird sich der Stadtverband auch weiterhin für die Belange der Kleingärtner einsetzen.

Vorstände des Stadtverbandes

Vorstände des Stadtverbandes von 1952 Initiates file download